Mit deutlicher Kritik reagiert der Bundesverband Pflegemanagement e. V. auf die Einsetzung der Strukturkommission Pflege. Aus Sicht des Verbandes ist es nicht nachvollziehbar, dass über die Zukunft der pflegerischen Versorgung beraten werden soll, ohne die Expertise der professionellen Pflege und insbesondere des Pflegemanagements angemessen einzubeziehen.
„Wer die Pflegeversorgung zukunftsfähig gestalten will, muss diejenigen beteiligen, die täglich Verantwortung für Personal, Prozesse, Versorgungsqualität und die Umsetzung politischer Vorgaben tragen“, erklärt Sarah Lukuc, Vorstandsvorsitzende des Bundesver-bandes Pflegemanagement. „Die Pflegeprofession darf nicht erst gefragt werden, wenn politische Entscheidungen bereits getroffen wurden.“
Pflegemanagement verbindet pflegefachliche Kompetenz mit organisatorischer, personeller und wirtschaftlicher Verantwortung. Pflegemanagerinnen und Pflegemanager gestalten Versorgungsstrukturen, steuern Personalressourcen, entwickeln Qualitätsstandards und setzen Veränderungen unmittelbar in den Einrichtungen um. Reformvorschläge, die diese Perspektive ausklammern, laufen Gefahr, an den tatsächlichen Anforderungen der Versorgungspraxis vorbeizugehen.
„Wir brauchen keine weiteren Reformkonzepte, die auf dem Papier funktionieren, aber im Versorgungsalltag zusätzliche Bürokratie und neue Belastungen erzeugen“, so Lukuc. „Die Frage ist nicht allein, wie Pflege finanziert wird, sondern auch, wie Versorgung unter realen personellen und organisatorischen Bedingungen verlässlich gestaltet werden kann.“
Die fehlende Einbindung sendet zudem ein problematisches Signal an eine Berufsgruppe, deren Verantwortung für die Stabilität des Gesundheitssystems stetig wächst. Pflege ist eine eigenständige Profession mit wissenschaftlich fundierter Expertise. Ihre Beteiligung an Strukturentscheidungen ist keine symbolische Frage, sondern eine Voraussetzung für wirk-same, umsetzbare und nachhaltige Reformen.
Der Bundesverband Pflegemanagement fordert daher, die Pflegeprofession einschließlich der pflegerischen Führungsebene verbindlich und mit Stimmrecht an den Beratungen und Entscheidungen der Strukturkommission zu beteiligen. Die Expertise des Pflegemanagements muss von Beginn an in die Entwicklung, Bewertung und Umsetzung der Reformvor-schläge einfließen.
„Wer Verantwortung für die Versorgung trägt, muss auch an ihrer Zukunft mitentscheiden können. Pflege darf nicht Gegenstand gesundheitspolitischer Entscheidungen bleiben, sondern muss gleichberechtigter Teil ihrer Gestaltung sein“, betont Lukuc abschließend.

