Pflegemanagerinnen und Pflegemanager tragen täglich Verantwortung für eine funktionierende Versorgung. Sie erleben unmittelbar die Folgen von Personalmangel, wirtschaftlichem Druck und zunehmender Bürokratie. Anstatt diese Herausforderungen konsequent anzugehen, werden mit diesem Gesetz erneut falsche Prioritäten gesetzt.
Besonders widersprüchlich ist der politische Kurs der Bundesregierung: Einerseits werden mit neuen gesetzlichen Regelungen die Kompetenzen und Befugnisse von Pflegefachpersonen ausgeweitet. Andererseits fehlen Investitionen in Personal, Qualifizierung und Führung, während gleichzeitig an einer Flexibilisierung der Personalbemessung gearbeitet wird. Mehr Verantwortung ohne ausreichende personelle Ressourcen und ohne verlässliche Personalbemessung ist keine Reform, sie gefährdet die Qualität der Versorgung. Der Bundesverband Pflegemanagement fordert eine Gesamtstrategie, die Kompetenzen, Personalentwicklung und Personalbemessung konsequent zusammendenkt, statt sie gegeneinander auszuspielen.
„Wer Versorgung sichern will, darf nicht an den Strukturen sparen, die sie tragen. Dieses Gesetz löst keine Probleme, es verschärft sie. Der Bundesverband Pflegemanagement wird sich nicht dafür instrumentalisieren lassen, eine kurzsichtige Sparpolitik als Reform zu verkaufen. Die Leidtragenden sind Patientinnen und Patienten sowie die Beschäftigten im Gesundheitswesen“, betont Sarah Lukuc, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Pflegemanagement.
Pflege braucht keine politischen Überschriften, sondern verlässliche Rahmenbedingungen, eine auskömmliche Finanzierung und Entscheidungen, die sich an der Versorgung der Menschen orientieren, nicht an kurzfristigen Haushaltseffekten.
Wir werden gemeinsam mit unseren Partnern deutlich machen: Wer heute an der Gesundheitsversorgung spart, zahlt morgen einen deutlich höheren Preis mit längeren Wartezeiten, weniger Versorgungsqualität und einer weiteren Überlastung der Beschäftigten.
Der Bundesverband Pflegemanagement fordert die Bundesregierung auf, die Auswirkungen des Gesetzes kritisch zu überprüfen und gemeinsam mit den Akteuren des Gesundheitswesens tragfähige Lösungen zu entwickeln, die Versorgung sichern statt sie weiter zu schwächen.
Gesundheitspolitik braucht Verantwortung, keine Symbolpolitik auf dem Rücken der Patientinnen, Patienten und Beschäftigten.

