Datum
11.01.2012
Titel
Bundesverband Pflegemanagement (ehemals BALK) zu den angedrohten Ärztestreiks
Text

Berlin, 11. Januar 2012. „Wir können uns keine einseitigen ärztlichen Tarifsteigerungen zu Lasten der Profession Pflege leisten!" Mit dieser Position erläutert Vorstandsvorsitzender Peter Bechtel, dass die laufende Tarifrunde und die damit verbundene Androhung von Streiks der Ärztegewerkschaft (Marburger Bund) in kommunalen Gesundheitseinrichtungen die Krankenhäuser vor enorme Probleme stellt.

„Die vom Marburger Bund geforderten Lohnerhöhungen bergen das hohe Risiko ins sich, dass die daraus resultierenden finanziellen Mehrbelastungen für die Krankenhäuser erneut zu Lasten der Profession Pflege gehen und abermals Tausende von Stellen abgebaut werden", so Bechtel.

Ein neuerlicher Stellenabbau ginge unmittelbar zu Lasten der Patientensicherheit und würde die Zunahme von bereits vorhandenen Versorgungsdefiziten weiter fördern. „Das können und wollen wir als Bundesverband Pflegemanagement so nicht hinnehmen. Der Verband wird sich dazu entsprechend positionieren und sich dafür einsetzen, dass berechtigte Gehaltsforderungen der Ärzte nicht erneut zu Lasten der Profession Pflege gehen! Wir müssen endlich erreichen, dass mit den zur Verfügung stehenden beschränkten finanziellen Ressourcen eine angemessene Bezahlung aller Berufsgruppen in der Primärversorgung der Patienten erreicht wird. In diesem Zusammenhang muss der Gesetzgeber nach vielen Jahren der staatlichen Reglementierung im Sinne einer Budgetdeckelung den „Deckel aufheben" und damit eine Refinanzierung der unausweichlichen finanziellen Mehrbelastungen der Kliniken ermöglicht."

In den vergangenen Jahren sind nachweislich mehr als 50.000 Stellen in der Pflege in den Akutkrankenhäusern abgebaut worden. Aktuell ist es schon in vielen Regionen Deutschlands Realität, dass aufgrund des Personalmangels in der Pflege Betten nicht mehr belegt, gar ganze Stationen nicht mehr betrieben werden können. Es ist bereits „Fünf nach Zwölf" in der Pflege! „Wann wächst endlich die Erkenntnis bei den Verantwortlichen in der Politik, dass jetzt in die Nachwuchsförderung der professionellen Pflege investiert werden muss, um zumindest mittelfristig einen sich bereits abzeichnenden Pflegenotstand abzumildern", so Bechtel weiter zur aktuellen Situation in der Pflege.

Ansprechpartner

Sabrina Roßius
Geschäftsführerin
Tel. +49 (0)30 44 03 76 93
E-Mail: info@bv-pflegemanagement.de