Datum
17.12.2014
Titel
Pflegerat NRW: Pressemitteilung Krankenhausreform 2015.
Untertitel
Pflegerat NRW-Pressemitteilung vom 16.12.2014
Text
 
Werne. Der Pflegerat Nordrhein-Westfalen begrüßt die gestrige Ankündigung von
Gesundheits- und Pflegeministerin Barbara Steffens, im Rahmen der Krankenhausreform
2016 in NRW zusätzliche Pflegestellen zu schaffen. Ludger Risse (Werne) als Vorsitzender
der Landesarbeitsgemeinschaft der Pflegeorganisationen fordert heute eine auskömmliche
und langfristige Finanzierung der Pflegestellen in den Krankenhäusern. „Pflegende und
Patienten brauchen eine dauerhafte finanzielle Sicherheit, um die avisierten Pflegestellen für
eine qualitativ hochwertige Pflege in den Krankenhäusern Nordrhein-Westfalens über 2019
hinaus vorhalten zu können“, so Risse weiter. „Die Kostenzusage für die zusätzlichen
Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen ab 2016 auf drei Jahre festzuschreiben ist als
Sofortmaßnahme ein Schritt in die richtige Richtung, wenn auch ein sehr kleiner. „Für viele
Häuser ist dieses ein Tropfen auf den heißen Stein“ so Risse. Der Deutsche Pflegerat und
auch der Landespflegerat NRW gehen bisher von lediglich knapp 3 Stellen pro Krankenhaus
aus. „Es braucht eine dauerhafte Sicherung der Pflegestellen, angepasst an den notwenigen
Pflegebedarf der Patienten und nicht an die Kassenlage“. Ohne die Anpassung der Budgets
sind die Kliniken hierzu nicht in die Lage.
Der Pflegerat Nordrhein-Westfalen begründet die dauerhafte Notwendigkeit der
Kostenübernahme für die Pflegestellen mit der signifikanten Steigerung der Patientenzahlen in
den Krankenhäusern im Lande und dem immer höheren Anteil betagter Patienten, die eine
stärkere allgemeinpflegerische Begleitung in die Krankenhausbehandlung mitbrächten. Von
1995 bis 2013, so der Pflegerat in einer Pressemitteilung, sei die Zahl von Patienten in NRW
von 3,5 auf 4,4 Millionen gestiegen. Ludger Risse pflichtet NRW-Gesundheits- und
Pflegeministerin Barbara Steffens in ihrer Einschätzung bei, dass nach der Schaffung von
10.000 Arztstellen nunmehr die Personalsituation in der Pflege verbessert werden muss. „Das
Mehr an Arbeit durch 900.000 Patienten ist auf Dauer nicht leistbar und wird auf dem Rücken
der Pflegenden ausgetragen“, benennt Risse einen weiteren Grund für die dauerhafte und
auskömmliche Finanzierung der Pflegestellen in NRW. „Diese muss zudem jährlich der
Lohnkostensituation der Mitarbeiter angeglichen werden, um einen indirekten Stellenabbau zu
vermeiden.“
Der stellvertretende Pflegeratsvorsitzende Thomas Kutschke (Mönchengladbach) begrüßt im
Rahmen der Schaffung zusätzlicher Pflegestellen die Einrichtung eines „Internetportals NRW
für Pflegeberufe“ durch das Ministerium für Gesundheit. Emanzipation, Pflege und Alter. „Für
junge Menschen muss ein zeitgemäßes Angebot geschaffen werden, welches über die
vielfältigen Aufgabenstellungen und Herausforderungen, die ein Pflegeberuf beinhaltet,
informiert. Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass vor allem die
Arbeitsbedingungen in der Krankenhauspflege besser werden müssten, damit sich junge
Menschen für den Pflegeberuf interessieren.“
Unterstützung findet Ministerin Barbara Steffens beim Pflegerat Nordrhein-Westfalen auch für
ihre Forderung, in ländlichen Regionen eine Grundversorgung zu erhalten und hierfür
sicherzustellen, dass in einem Radius von 20 km eine Klinik der Allgemeinversorgung für die
Bevölkerung erreichbar bleiben muß.